Befürworter

May 10, 2010Posted by Admin

Trotz vieler Argumente für die Videoüberwachung regt sich zunehmend Kritik. Die Gegner der Videoüberwachung befürchten die Entstehung eines Überwachungsstaats und eines gläsernen Menschen ohne persönliche Freiheit. Laut ihrer Argumente könnte ein allgemeines gesellschaftliches Klima des Verdachts entstehen, in dem alle Personen unter einem Generalverdacht stehen und daher durch Videokameras überwacht werden müssen. Hierbei wird das Individuum zu einem überwachten Objekt, gleich des Kassenraumes einer Bank, herabgestuft. Dies widerspricht zudem der allgemein gültigen Unschuldsvermutung.

Große Befürchtungen werden auch aus den Reihen der Datenschützer laut, die einen kaum zu kontrollierenden und nachzuvollziehenden Missbrauch der aufgezeichneten Daten befürchten. Zudem ist es meist unklar, wer wann und wie überwacht wird. Selbst wenn eine Videoüberwachung bekannt ist, ist es für den Überwachten kaum möglich, auf die Verwendung der gespeicherten Bilder Einfluss zu nehmen. Es ist hier auch kaum nachzuvollziehen, welche Firmen oder Einrichtungen Zugriff auf die Datensammlung haben. Ein weiteres Problem im Kontext des Datenschutzes stellt die Archivierung der durch Videoüberwachung gewonnen Daten dar. Zweck, Dauer und Ort der Archivierung können kaum kontrolliert werden.

Zusätzlich zu den beiden Kritikpunkten gläserner Mensch und mangelnder Datenschutz, die in engem Zusammenhang stehen, bezweifeln viele Gegner der Videoüberwachung auch die reale Wirksamkeit und unterstellen den Betreibern von Videoüberwachungsanlagen die Ergreifung von populären Maßnahmen ohne tatsächlichen Nutzen. Studien, die die Verdrängung von Kriminalität von überwachten auf nicht überwachte Plätze belegen, scheinen diesen Kritikpunkt zumindest in Teilen zu bestätigen.